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CREATIVA 2018

Trendbericht

Ferne Länder und längst vergangene Zeiten – auf der Suche nach Inspiration blicken viele Handarbeitsbegeisterte weit über das unmittelbare Umfeld hinaus. Einflüsse aus aller Welt und die Verbindung zwischen traditionellen Handwerkstechniken und moderner Individualität sind deshalb Trendthemen bei Europas größter Messe für kreatives Gestalten, der CREATIVA (14. bis 18. März) in Dortmund.

Immer mehr Menschen gehen immer öfter auf Reisen. Bei ihrer Rückkehr bringen sie neben individuellen Erinnerungsstücken oder handgemachter Kleidung häufig auch jede Menge Inspiration und Ideen für eigene Projekte mit. Ob Designermode aus Usbekistan, peruanische Produkte aus Alpakawolle, mediterrane Kosmetik, traditionelle irische und dänische Textilien oder Perlen und Schmuck aus Asien und Afrika – die zunehmende internationale Vielfalt der Aussteller bei der CREATIVA reflektiert diesen Trend und lädt jeden Messebesucher dazu ein, sich in Dortmund selbst auf eine Reise durch die große weite Welt der individuellen Gestaltung zu begeben.

Gegengewicht zum digitalen Alltag
Gleichzeitig spielen die Themen Heimat und Tradition bei vielen kreativen Handwerkstechniken auch weiterhin tragende Rollen. So sind das notwendige Wissen und Können, die zahlreichen bodenständigen Gewerken zugrunde liegen, zum Teil über viele Generationen hinweg weitergereicht worden. Dabei hat die Handarbeit in Deutschland einen grundlegenden Wandel durchlaufen: Entsprang sie in der Vergangenheit vor allem aus dem häuslichen Bedarf, wie beispielsweise Reparaturen von Kleidung, ist sie heute größtenteils Hobby. Mit dem lässt sich einerseits persönliche Kreativität und Individualität ausdrücken. Andererseits ist es ein „handfestes“ Gegengewicht zum zunehmend digitalen Alltag. Trotzdem spielt das Internet auch hier eine wichtige Rolle: „Die Bühne für Anregungen und Ideen ist damit deutlich größer geworden“, sagt Gert Eberhardt, Geschäftsführer der Initiative Handarbeit. Daher bleibe Selbstgemachtes auch bei vielen jungen Menschen weiterhin gefragt. Immer neue Modetrends und Einflüsse sorgen dafür, dass Techniken wie das Handspinnen, das Weben, das Quilten, das Sticken oder die Schneiderei aktuell bleiben. Dabei finden sich auf keiner anderen Messe so viele traditionelle Handwerke wie auf der CREATIVA. Dies unterstreicht auch noch einmal mehr die Bedeutung von Europas größter Messe für kreatives Gestalten.

Klöppelspitze: Jahrhunderte alt und doch modern
Ein weiteres Beispiel ist das Klöppeln. Sie mag ein etwas angestaubtes Image haben, doch tatsächlich ist kaum ein Handarbeitsprodukt so vielseitig und damit stets auf der Höhe der Zeit wie Klöppelspitze. Beim Klöppeln lassen sich alle Fäden in jede Richtung bewegen – dank dieser Tatsache sind der Kreativität bei dem Handwerk keinerlei Grenzen gesetzt. „Die Techniken haben sich immer mit der Mode mitbewegt“, sagt Martina Wolter-Kampmann, Leiterin der Fernschule 'Das Klöppelnetz' und Verlegerin von spezieller Literatur zum Thema. Ob kleine Accessoires, bestimmte Kragenformen oder auch geklöppelte Colliers, Armbänder oder Ohrringe – Klöppelspitze ist flexibel einsetzbar und passt sich jedem Trend an.

Dabei gilt: Komplizierte Muster erfordern nach wie vor Handarbeit. Maschinen beherrschen lediglich fortlaufende Muster. Nicht nur deshalb wird die etwa fünf Jahrhunderte alte Technik wohl auch weiterhin kein Massenprodukt werden, sondern ein Nischenprodukt bleiben. Echte handgeklöppelte Spitze ist aufwändig in der Herstellung und deshalb entsprechend teuer. „Um beim fertigen Produkt ein vertretbares Verhältnis aus Preis und Leistung zu erzielen, werden in der Regel nur hochwertige Materialien verwendet“, erläutert Wolter-Kampmann. Auf der CREATIVA 2018 können Interessierte von der Ausbilderin erste Grundlagen der Klöppeltechnik lernen.

Mosaiken: Künstlerische Vielfalt und Beständigkeit
Seit 4.000 Jahren stellen Menschen Mosaiken her. Beispiele dafür finden sich weltweit und in ganz Europa. Und auch heute noch erfreut sich das Kunsthandwerk großer Beliebtheit. „Die Mosaikkunst bietet vielfältige künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten, ist nachhaltig, beständig und innen wie außen einsetzbar“, sagt Robert Kaller (M.F.A.), Leiter der Mosaikbauschule Dortmund. Die Anwendungsgebiete sind unterschiedlich: Von der Gartengestaltung reichen sie über die Verschönerung grauer Flächen im Stadtbereich bis hin zur Innendekoration, beispielsweise im Sanitärbereich. In die zeitgenössische Mosaikkunst fließen dabei unterschiedliche Einflüsse aus aller Welt ein. Techniken aus allen Epochen der Kunst werden wiederentdeckt und angewendet. Den Besuchern der CREATIVA stellt sich die Mosaikbauschule als einzige Stätte für die Ausbildung zum Mosaizisten in Deutschland vor. Zudem zeigt sie die vielseitigen Anwendungsgebiete in Architektur, Kunst und Pädagogik, um den Beruf im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen.

Swarovski – funkelnde Lebensfreude
Persönliche Erlebnisse wie Reisen, Entdeckungen oder ein authentischer Lebensstil werden für viele Menschen immer wichtiger, der Besitz materieller Güter rückt für sie dagegen zunehmend in den Hintergrund. Bei Swarovski Create your Style steht diese sogenannte 'Experience Economy' im Mittelpunkt der Frühjahrs- und Sommersaison 2019. Unter dem Motto 'Wanderlust' zeigt das Unternehmen an seinem Stand, wie sich funkelnde Swarovski-Kristalle auf vielfältige Weise kreativ verarbeiten und in brillante Designstücke verwandeln lassen. Vom Blick aus dem Atelier in die große weite Welt zeugen auch die vier Schlüsseltrends, die Swarovski für das kommende Jahr in den Fokus nimmt: „Culture“ (Kultur), „Freedom“ (Freiheit), „Adventure“ (Abenteuer) und „Leisure“ (Freizeit).

Die Opulenz des Rokoko – aus Zucker
Eine Reise in die Vergangenheit unternimmt hingegen das „Queens` Battle“. Spielerisch verbindet der Live-Wettbewerb, der seit 2016 im Rahmen der CREATIVA ausgetragen wird, das Thema Torten- und Backdekoration mit der Welt der Mode. Vor den Augen der Besucher verwandeln acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer an allen Messetagen bunte Zuckermasse in essbare Kleidung in Lebensgröße. In diesem Jahr steht dabei alles im Zeichen des Hochrokoko, einem Kleidungstil, der zwischen 1750 und 1770 mit seiner überbordenden Opulenz und üppigem Pomp ganz Europa eroberte.

„Bis heute ist dieser Stil, diese Liebeserklärung an das pralle Leben, prägend in der Mode“, sagt Katharina Kraft, freischaffende Kostüm- und Maskenbildnerin in den Bereichen Film, Foto und Theater und Jurymitglied beim diesjährigen Queens` Battle. „Große Couture-Häuser wie Dior, Gaultier, Westwood oder McQueen schwelgen in Retrospektiven voller Rosa, Gold und Himmelblau. Das Rokoko ist nicht tot, es ist ein rauschendes Fest, auf dem man noch heute gern tanzt.“

Mit Selbstgemachtem zur Existenzgründung
Der Initiative Handarbeit zufolge wurde 2016 in Deutschland Handarbeitsbedarf im Wert von 1,25 Milliarden Euro verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr (1,28 Milliarden Euro) ist das zwar ein leichter Rückgang. Trotzdem bleibt der Markt dem Verband zufolge auf hohem Niveau stabil. Der Bereich Nähen zeigt sogar anhaltendes Wachstum: Im Segment Nähmaschinen stieg der Absatz 2016 im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent auf 171 Millionen Euro.

Dass sich für einige das kreative Gestalten vom reinen Hobby zunehmend zum Geschäftsmodell entwickelt, zeigen unter anderem der deutsche Online-Marktplatz für Handgemachtes DaWanda, der im vierten Quartal 2017 erstmals schwarze Zahlen vorlegte, oder der amerikanische Handelsgigant Amazon, der seit einiger Zeit einen Handmade-Shop anbietet.

Auch bei Dortex macht sich der Trend bemerkbar. Das Dortmunder Unternehmen, das auf personalisierte Textiletiketten und Labels auch in kleinsten Auflagen spezialisiert ist, reagiert darauf mit einer wachsenden Materialpalette, die neben den Klassikern Baumwolle, Leder und Kunstleder künftig auch verschiedene Metall- und Holzarten umfassen wird. Die Labels ermöglichen es Designern und Kreativen, eigene Produkte auch deutlich als solche zu kennzeichnen. „Wer etwas Individuelles macht, der will das auch zeigen“, sagt Elke Dohmann, Marketingleiterin bei Dortex. Auch für viele Start-Up-Gründer sei das ein wichtiger Beweggrund – nicht immer stehe der Gewinn im Vordergrund. Tipps, damit die ersten Schritte in die Selbstständigkeit dennoch von Erfolg gekrönt sind, können sich Gründer am CREATIVA Samstag beim StartUpDay holen, bei dem Dortex Kooperationspartner ist.

 

 

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